TV-Empfang im Vergleich: Kosten für Kabel, Sat, Internet und Antenne 2021

Möglichkeiten für Fernsehempfang im Check

Auf vier Wegen bekommt man in Deutschland TV-Empfang – der teuerste ist der Kabelanschluss. Warum er sich trotzdem lohnen kann, zeigt der Vergleich von Fernsehempfang per Kabel, Satellit, Internet und Antenne.

Magenta TV schauen (Bild: Telekom)
TV-Empfang über Internet via Magenta TV von der Telekom (Bild: Telekom)

TV-Empfang kostenlos ist eigentlich nur noch möglich, wenn man sich mit dem alten SD-Standard zufrieden gibt. HD-Empfang bieten nur die öffentlich-rechtlichen Sender ohne Zusatzkosten. Um Privatsender in HD – oder überhaupt – schauen zu können, ist ein kostenpflichtiger Empfangsweg nötig. Wir geben einen Überblick.

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Vier Empfangswege stehen fürs Fernsehen zur Verfügung, die sich im Kosten-Vergleich, aber auch beim Angebot unterscheiden.

Kabel-TV hat die höchsten Fixkosten

Wer Kabelfernsehen schaut, zahlt gegenüber den anderen Empfangsarten fast immer drauf. Grund: die monatlichen Fixkosten für den Kabelanschluss. Dafür muss man sich allerdings auch nicht selber kümmern, etwa um eine Sat-Schüssel nach einem Gewittersturm. Bei Vodafone (ehemals Kabel Deutschland und Unitymedia) fallen 14,99 Euro im Monat für den Kabelanschluss an, beim Anbieter PYUR im Schnitt 10 Euro. Fernsehpakete etwa mit Pay-TV Spartensendern oder HD-Pakete müssen jeweils zusätzlich bezahlt werden. Das günstigste Paket GIGA TV Cable Premium mit Kabelanschluss kostet 20 Euro im Monat; TV-Pakete über andere Übertragungswege sind oft für weniger als 10 Euro zu haben.

Interessant – auch preislich – ist beim Kabelanschluss allerdings die mögliche Bündelung mit extrem schnellen Internetanschlüssen und Telefon. Je nach Verfügbarkeit ist bei Vodafone bis zu 1000 Mbit/s möglich. Bei der Programmauswahl hat Kabel vor allem beim Regionalfernsehen einen Bonus: Viele Zuschauer schätzen Regional-TV. Diese vergleichsweise kleinen Sender leisten sich oft keine Satellitenausstrahlung oder teilen sich eine Sat-Frequenz, sind so nur in bestimmten Zeitfenstern zu sehen.

Wenn eine Straße oder ein Wohngebiet nicht verkabelt ist, kann man allerdings keinen Kabelanschluss bekommen. Zu Beginn der Verkabelung in den 1980er-Jahren entschieden sich Anwohner oft gegen einen Kabelanschluss in ihrer Straße mit der Begründung, drei TV-Programme seien genug. Heute sind es meist Kommunen, die sich die Sünde erlauben, Neubaugebiete nicht verkabeln.

TV-Empfang über Internet

Neben den klassischen Empfangswegen Kabel, Satellit und Antenne ist Fernsehen auch online möglich – entweder über DSL-Anbieter oder direkt übers „offene“ Internet. Diese so genannte Over-the-Top-Nutzung funktioniert mit jedem Internetanbieter. „Inzwischen bietet auch die Telekom TV-Tarifmodelle ohne Kopplung an einen Internetvertrag an“, sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications beim Vergleichsportal Verivox. „Der Markt für Online-TV-Plattformen wie Zattoo, Waipu oder Joyn steht gerade erst am Anfang. Weitere Anbieter werden nachziehen.“

Fernsehen über Internet punktet im Haushalt zum Beispiel damit, dass der TV-Empfang über Wlan möglich ist. Der Fernseher kann also unabhängig von der Antennensteckdose im Raum aufgestellt werden. Zudem kann man seine Zugangsdaten für das TV-Streaming auch in den Apps der Anbieter nutzen und so überall auch mit Handy und Tablet fernsehen. Das funktioniert innerhalb der ganzen EU, deutsches Fernsehen empfangen geht also auch auf Reisen.

TV-Kosten zwischen 6 und 15 Euro im Monat

Über alle Übertragungswege hinweg kosten die TV-Pakete mit HD-Nutzung und Privatsendern maximal 15 Euro im Monat. Die DSL-Anbieter verlangen zwischen 9,99 und 14,99 Euro. Die Online-Plattformen Zattoo oder Waipu rufen zwischen 9,99 Euro und 13,99 Euro im Monat auf. „Mit diesen Paketkosten bleibt das Fernsehen konkurrenzfähig zum Preismodell von Streamingdiensten wie Netflix oder Disney+„, sagt Theumer. Eine Internetverbindung ist Voraussetzung für alle genannten Dienste. Die Inhalte sind meist auf mehreren Geräten gleichzeitig abspielbar und können auch unterwegs angeschaut werden. Der Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro fällt beim Online-TV ebenso an wie bei allen anderen Empfangswegen.

Satellit bietet die meisten Sender

Wer über Satellit fernsieht und auch private Sender in HD will, zahlt 5,75 Euro im Monat. HD+ heißt das Paket, in dem die großen Privatsender in HD-Qualität enthalten sind. Der Satellitenempfang bietet insgesamt die meisten Sender.

TV-Empfang über Antenne

Der TV-Empfang über Antenne mit der DVB-T2 Technik bietet zwar die geringste Senderzahl, ist aber der simpelste Empfangsweg: Kein Vertrag, keine Installation einer Schüssel, kein Internet nötig, nur ein DVB-T2 Receiver. Moderne Fernseher haben ihn sogar schon drin. Damit gibt es bereits kostenlos öffentlich-rechtliche Programme.

Privatsender wie RTL, Sat.1, VOX, ProSieben, Kabel1, n-tv, Sport1, Disney Channel etc. in HD-Qualität gibt es bei Freenet TV, einem monatlich kündbaren Senderpaket für Antennenfernsehen. Vorausgesetzt, es ist am Wohnort empfangbar. Es kostet 5,75 Euro im Monat und besteht aus einem Modul mit Smartcard, das in den Receiver oder den Fernseher gesteckt wird. Eine separate Antenne, die unabhängig vom Receiver oder am Fenster aufgestellt wird, kann den Empfang verbessern.

Anzeige | Zuletzt aktualisiert am 22. April 2021 um 6:17 Uhr. Preis kann sich ändern. Weitere Infos

Online-TV wächst

Nach wie vor empfangen knapp 90 Prozent der deutschen Haushalte Fernsehen zu etwa gleichen Teilen entweder über Kabel oder Satellit. Rund neun Prozent rufen das TV-Signal über ihren Internetanbieter ab, knapp zwei Prozent nutzen Fernsehen über eine Online-Plattform. Beide Gruppen wachsen; rückläufig hingegen ist der Empfang über Antenne (sechs Prozent). Noch 16 Prozent der TV-Haushalte schauen ausschließlich über den veralteten SD-Standard fern, 84 Prozent empfangen HD-Inhalte (alle Zahlen aus 2019).

Verbraucher haben nicht immer eine Wahlmöglichkeit: „Viele Mieter sind an einen Kabelanschluss gebunden und können diesen nicht separat kündigen“, sagt Jens-Uwe Theumer von Verivox. „Um andere Übertragungswege zu nutzen, müssen sie doppelt zahlen. Inzwischen sind viele TV-Angebote monatlich kündbar und können unabhängig vom Internetanbieter abgeschlossen werden. Beides gilt sogar für Angebote der Telekom – nicht jedoch für einen Kabelanschluss. Hier wäre mehr Flexibilität dringend geboten.“

Genannt werden die regulären Monatspreise ohne Vergünstigungen wie Gratismonate oder Rabattierungen (mit 19% Mwst.). Basis sind die Angaben auf den Webseiten der Anbieter. In Triple-Play-Paketen können die Preise abweichen. Einmalige Hardwarekosten sowie Gebühren für eine Internetverbindung wurden nicht berücksichtigt. Die monatlichen Kabelanschlusskosten betragen im Anschlussbereich von Vodafone Kabel Deutschland sowie von Vodafone Unitymedia jeweils 14,99 Euro im Monat; ohne HD-TV-Paket sind es 19,99 Euro. Der in fünf Bundesländern verfügbare Anbieter PYUR (vereint mehrere Marken der Tele-Columbus-Gruppe) nennt monatliche Kosten für den Kabelanschluss je nach Anschlussort zwischen 3 und 28 Euro, im Schnitt würden 10 Euro fällig.

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