Online-Ausweis im Smartphone speichern – So geht’s, hier gilt er

Die Smart eID für Behördenkontakt, Verträge und mehr

Mit dem Personalausweis im Smartphone kannst du dich auch online amtlich ausweisen. Wir erklären, wie du den Online-Ausweis aufs Handy lädst und wo er nützt.

Online-Ausweis auf dem Smartphone (Bild: artofsmart.de)

Mit dem Online-Ausweis im Smartphone können deutsche Bürger ab 16 Jahren ihre Identität im Internet noch einfacher nachweisen: Etwa wenn man Dokumente bei Behörden anfordert, Verträge abschließt oder Dienstleistungen bucht.

Die so genannte Smart eID ist die amtlich gültige Kopie deiner persönlichen Daten auf dem Handy. Damit und mit einer PIN-Nummer kannst du dich im Internet ausweisen. Die Daten holst du aufs Handy, indem du den Chip in deinem Personalausweis ausliest. Denn darauf sind sie digital gespeichert.

Daten aufs Handy übertragen

Deinen Personalausweis mit Online-Ausweis-Funktion musst du zur Übertragung nur einmal an das Smartphone halten. Über Near Field Communication (NFC) liest das Handy den Chip aus, der im Ausweis steckt, und speichert die Daten auf dem Gerät. Ab dann kannst du dich mit deiner Ausweis-PIN im Netz immer identifizieren, ohne dass du die Ausweiskarte jedes Mal neu auslesen musst.

Handy mit Sicherheits-Chip nötig

Voraussetzung für die Smart eID ist ein Handy mit NFC-Funktion, um den Ausweis-Chip auslesen zu können. Für die Speicherung der Daten auf dem Handy muss es zudem einen Sicherheits-Chip (Secure Element) haben. Er wird in immer mehr Smartphones verbaut, zum Beispiel in Geräten aus der Reihe Samsung Galaxy S.

Diese vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik definierten Anforderungen sollen sicherstellen, dass die Identitätsdaten geschützt sind.

Online-Ausweis aktivieren

Um die digitale Identifizierung nutzen zu können, muss die Online-Ausweisfunktion im Personalausweis aktiviert sein. Das ist in der Regel standardmäßig der Fall. Falls nicht, kannst du die kostenlose Aktivierung im Bürgeramt beantragen. Du erhältst die Daten dann per Brief.

Pin setzen

Die Online-Ausweis-Funktion deines Personalausweises ist mit einer sechsstelligen PIN geschützt. Diese kannst du selbst wählen. Du benötigst den PIN-Brief dazu.

Wer einen neuen Ausweis im Bürgeramt abholt, kann hier auch gleich die PIN-Nummer setzen. Im Amt kannst du die PIN später auch kostenlos ändern, oder du benutzt eine App dazu wie die AusweisApp2.

Hast du die PIN vergessen oder den PIN-Brief verloren, kannst du dir eine neue geben lassen.

Personalausweis mit Online-Ausweis-Funktion (Bild: Bundesdruckerei)
Personalausweis mit Online-Ausweis-Funktion (Bild: Bundesdruckerei)

AusweisApp2 für Behördengänge und Geschäftliches

Die AusweisApp2 ist eine kostenlose Software für die Identifizierung im Internet, die von der Governikus GmbH & Co KG im Auftrag des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik bereitgestellt und weiterentwickelt wird.

AusweisApp2
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Verschiedene Einsatzzwecke

Die digitale Identifizierung mit dem Online-Ausweis auf dem Handy soll viele Vorgänge vereinfachen. Man soll für Anträge wie Elterngeld oder BAföG nicht mehr aufs Amt müssen.

Großes Potential liegt aber auch in der Geschäftswelt: Weitere Möglichkeiten der Smart eID sind Hotel-Check-In, Registrierung für Prepaid-Verträge, Postident, Eröffnung eines Online-Kontos oder -Depots bei Banken, betriebliches Zugangsmanagement oder Führerscheinüberprüfung.

Die Bundesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, möglichst jeden Identitätsnachweis digital anzubieten – vom Personalausweis bis zur Geburtsurkunde. Einen digitalen Führerschein kann man bereits erstellen.

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„Wichtigstes Digitalisierungsprojekt der Bundesregierung“

„Dieses Identitäten-Thema ist das wichtigste Digitalisierungsvorhaben der Bundesregierung“, betonte Markus Richter, Chief Information Officer des Bundes im Podcast „Aus Regierungskreisen“. Dass man sich im Internet zweifelsfrei ausweisen kann, sei wichtig: „Denn wir erleben ja alle, wie viele Leistungen digitalisiert werden“.

Wichtig ist dem Staat aber auch, dass er selbst das Thema digitale Identität vorantreibt. „Ziel des Ganzen ist es, dass wir etwas schaffen, was frei von wirtschaftlichen Interessen ist“, so der Staatssekretär Markus Richter. Soll heißen: Man wollte mit der Lösung am Markt sein, bevor irgendwelche Tech-Konzerne Ähnliches anbieten. „Dort ist natürlich ein wirtschaftliches Interesse dahinter. Man will die Daten für eigene Zwecke nutzen“. Denn eines sei klar: „Identitätsdaten sind mit das Wertvollste, was man auf dem Datenmarkt bekommen kann.“

Wichtig ist dem Bund der „enge Schulterschluss“ mit der Wirtschaft, um mit ihr die Nutzungsmöglichkeiten auszubauen. Denn ihre Produkte und Dienstleistungen sind es, die Menschen dazu bewegen, sich eine digitale Identität zuzulegen. Der Kontakt zu Behörden ist laut Richter kein großes Zugpferd: „Menschen nutzen diese Verwaltungsleistung zu selten.“

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